Ob man sich am Arbeitsplatz siezen oder duzen soll, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Sagt man „du“ nur unter Kollegen oder auch zum Chef? Zwar nimmt das Duzen im Job seit Jahren zu, trotzdem ist in den meisten deutschen Unternehmen nach wie vor das Siezen die Regel. Hierzu ein paar Fakten und Tipps…

Sie sind am besten beraten, wenn Sie sich bei einem neuen Job zunächst einmal auf das „Sie“ verlassen. Auch wenn sich schon andere Mitarbeiter duzen, sollten man nicht einfach die Anrede wechseln. Es ist besser, etwas zurückhaltender zu sein und abzuwarten. Wer zu forsch zu abrupt agiert, kann sehr schnell in einem Fettnäpfchen landen, aus dem man so schnell nicht wieder herauskommt.

Vorteile vom Duzen im Job

  • schafft mehr Vertrautheit untereinander
  • Hierarchien wirken flacher
  • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls / Teamgeistes
  • Wegfallen förmlicher Barrieren und Hemmschwellen
  • partnerschaftlicheres Betriebsklima

Nachteile vom Duzen im Job

  • Herbeiführen von unerwünscht viel Nähe
  • Hervorrufen falscher Vertrautheit
  • fehlende verbale Distanz erschwert den respektvollen Umgang
  • Förderung verbaler Entgleisungen
  • Streit eskaliert bei einem generellen Du leichter und wird persönlicher

So machen Sie es nach Knigge richtig

Nach klassischen Knigge-Regeln darf das DU nur von bestimmten Personen angeboten werden:

  • Die Dame bietet dem Herrn das Du an.
  • Der Ältere dem Jüngeren.
  • Der Hochrangige dem Nachrangigen.
  • Das Du gilt lebenslänglich. Einmal erteilt, käme jeder Rücktritt davon einer Herabsetzung gleich.
  • Und es gibt kein einseitiges DU. Wer sich auf Augenhöhe begegnet ist entweder per Du oder per Sie.

Doch lieber siezen?

Wollen Sie sich lieber siezen, können Sie das „Du“ höflich ablehnen. Liefern Sie aber am besten eine Erklärung dafür, etwa, dass Sie sich auf der Arbeit damit wohler fühlen. Meist ist das Angebot Ausdruck von Wertschätzung. Weisen Sie dies zu forsch zurück, könnte das den Kollegen kränken. Einem Vorgesetzten gegenüber ist eine Absage zwar heikel, aber dennoch erlaubt.

Generell gehört zum Duzen auch weiterhin ein respektvoller und professioneller Umgang untereinander dazu. Nur weil man sich duzt, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich respektlos oder arrogant gegenübertreten kann.

 

Fragen Sie morgen Ihren Kollegen: „Na, wie war Dein Wochenende?“ oder sagen Sie: „Guten Morgen Herr Hansen.“? Und wie halten Sie es mit Ihrem Chef – duzen oder siezen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

 

Foto: Pixabay 912807

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